Thursday, June 7, 2012

Process: Tischlein, Deck Dich für Alle: Page 17


 

Seite 17

Die Soldaten, denen sich begeisterte junge Leute überhaupt anschlossen, kehrten von ihrer unvernünftigen zur vernunftgemäßen Arbeit zurück, verteilten sich überallhin auf das Land und bewirtschafteten es gemeinsam mit den Bauern, die Handwerker erzeugten, was sie zu erzeugen gelernt hatten und tauschten es mit den Landarbeitern gegen deren Ernteschätze aus, die Fabrikarbeiter erkoren sich Lehrer und Führer in den Fabriken und stellten dort wieder die Maschinen her, die von Landwirten und Handwerkern benötigt wurden, und so begann fast von selbst und auf die natürlichste Weise jener (seite17) Kreislauf, der unter planmäßiger Durchführung nach dem Systeme höherer Ueberlegung zu jenen Einrichtungen führte, die nun in diesem großen Gemeinwesen der Freiheit, Gleichheit und Bruderliebe üblich war.
Auch in den Großstädten war mittlerweile Ordnung in den chaotischen Zustand gekommen.
Die Verteilung der Lebensmittel hatte eine regelmäßige Fortentwickelung genommen, das Fehlende wurde allmählich durch Zufuhren vom Lande wieder ergänzt.
Eine Menge von Palästen, Hotels, Kasernen und großen Wohnhäusern war ja leer geworden.
Diejenigen, die Obdach brauchten, wurden den jeweiligen Verhältnissen entsprechend darin untergebracht und so ging alles in verhältnismäßig kurzer Zeit seinen in des Wortes guter Bedeutung normalen Gang.
Nachdem nun nach Verlauf eines Iahres die Ordnung wieder einigermaßen hergestellt war, begannen sich aus den intelligenteren Kreisen Gruppen und Abteilungen zu bilden, um das Programm einer freien menschlichen Gesellschaft auf ehrlichem Wege durchzuführen und zu vervollständigen.
Da unterdessen schon vorher das Zeitungswesen reorganisiert war und statt der vielen Konkurrenzzeitungen nur mehr ein Blatt für jede Sprache hergestellt wurde, war es ein Leichtes, das Volk über den weiteren Inhalt und Aufbau des Wesens der zukünftigen freien menschlichen Gesellschaft aufzuklären.
Die Schulen wurden wieder eröffnet und noch erweitert, die Iugend wurde anstatt in die Fabriken in weitere Fortbildungsschulen geschickt, das Geld, als das alleinige abscheuliche Mittel zur Versklavung der Menschen durch den Menschen wurde abgeschafft, indem Gold und Silber eingeschmolzen und die sämtlichen Wertpapiere verbrannt wurden.
Der Privatbesitz an Grund und Boden sowie Gebäuden jeder Art wurde aufgehoben und so das Land, das ursprünglich dem Volke gehört hatte, als Eigentum des gesamten darauf wohnenden Volkes erklärt und allmählich das neue Bruderreich begründet, die Staaten in dieses eine Reich verschmolzen.
Das Land wurde mit Hilfe der schon bekannt gewesenen und nun noch erheblich verbesserten Maschinen bewirtschaftet und unter Mithilfe der Naturwissenschaften, besonders der Chemie und der Elektrizität, konnte man in einem Iahre das Vierfache der Bedürfnisse der menschlichen Gesellschaft erzielen.
Große Massen der Bewohner der Großstädte verließen diese, um sich gruppenweise ein neues Heim zu gründen, aus der Erde wurde an Stelle eines irdischen Iammertales in wenigen Iahrzehnten ein göttliches Paradies geschaffen, das von vielen ersehnte „Tischlein deck dich für alle“ deckte sich auch wirklich für alle.
Später wurde eine Weltsprache neben der Muttersprache der einzelnen eingeführt und in alen Schulen gelehrt und dadurch verschmolzen sich die Völker allmählich zu jenem Bruderreiche, in dem wir nun das Glück haben zu leben, Dank unseren Vorfahren, die harte Kämpfe und Verfol- (seite 18) gungen zu bestehen hatten, um das zu erreichen, denn sie waren es, die dem Erdenvolke ein Licht angesteckt haben, das nie erlöschen und in kurzer Zeit die noch zurückgebliebenen Völker ebenfalls erreichen wird.

 

Angerbauer, Joseph. Tischlein, Deck Dich Für Alle! Eine Betrachtung. West Norwood: Selbstverlag, 1908.

Wednesday, June 6, 2012

Process: Tischlein, Deck Dich für Alle: Page 16


 

Seite 16

Die wirklich Gelehrten fanden sich dann ebenfalls ein, entwarsen Pläne, wie einer bkutigen Revolution vorzubeugen sei und (seite 16) beeinflussten die höheren Militärs, die nach und nach zur Einfsicht kamen, daß es kinen Zweck habe, gegen das Volk anzukämpfen.
Die Arbeiter begriffen sehr schnell, daß nur ein Universalstreik ihnen helfen könne und organisierten sich daraufhin und eines Tages, als der Druck am stärksten war, wurde der Generalstreik erklärt, dem sich allmählich alle Arbeiter-organisationen ohne Ausnahme, auch das Dienstpersonal der Reichen und Reichsten mit nur ganz wenigen Ausnahmen anschlossen.
Es wurden allerwärts Versammlungen abgehalten, die von intelligenten Rednern aufgeklärt und angefeuert wurden.
Die Polizei suchte diese Versammlungen zu verhindern, sah sich aber angesichts der Massen des Volkes gezwungen, „unverrichteter Dinge“ abzuziehen.
Dann wurden die Straßen immer leerer, Volksaufläufe kamen nicht vor, die Sache verlief in aller Ruhe, wurde aber für die Besitzenden von Tag zu Tag kritischer.
Militärabteilungen durchstreiften wohl die Straßen, sie fanden aber nichts zu tun, weil das Volk sich ruhig verhielt.
Die Reichen und Herrschenden ahnten, das alles bedeute nur die Ruhe vor dem Sturme.
Mit den wenigen ihnen „treu“ gebliebenen Dienern und Dienerinnen holten sie ihre Equipagen hervor, bestiegen ihre Yachten und suchten einsame, verlassene Gegenden auf, wo sie meinen konnten, daß sie der Sturm nicht erreichen könne.
Nun erst hatten die Streikenden mehr Raum und Muße, die Lage genauer zu übersehen und die zunächst zu unternehmenden Schritte genau zu erörtern und mit der notwendigen Sorgfalt zu unternehmen.
Da die Hefe des Volkes, an der es zu jener Zeit Dank der merkwürdigen, von den Besitzenden für die Besitzenden eingerichteten Gesellschaftsordnung nicht fehlte, sich zur Plünderung anschickte, griffen die Organisierten ein, schützten die Warenhäuser und lebensmittelniederlagen und belegten sie mit Beschlag für die große Allgemeinheit, das Volk.
Alsbald schritt man an eine regelmäßige Verteilung von Lebensmitteln und Bedarfsartikeln und von da zur Ergänzung der Vorräte durch planmäßige Arbeit ohne lohn, eben nur für die große Allgemeinheit und deren Bestes, wie sie kurz darauf in Aufnahme und Uebung kam, war nur mehr ein Schritt.
Das Militär, das sich bisher an die erzwungenen Eide gebunden erachtete, sah nunmehr ein, daß ein erpreßter Eid nichts gemein habe mit Manneswort, Treu und Glauben vom moralisch-ethischen Begriffe, fand heraus, daß es nur Brudermord sei, zu dem man es gepreßt hatte, und beinahe geschlossen ging es zum Volke über.
Die Soldaten, denen sich begeisterte junge Leute überhaupt anschlossen, kehrten von ihrer unvernünftigen zur vernunftgemäßen Arbeit zurück, verteilten sich überallhin auf das Land und bewirtschafteten es gemeinsam mit den Bauern, die Handwerker erzeugten, was sie zu erzeugen gelernt hatten und tauschten es mit den Landarbeitern gegen deren Ernteschätze aus, die Fabrikarbeiter erkoren sich Lehrer und Führer in den Fabriken und stellten dort wieder die Maschinen her, die von Landwirten und Handwerkern benötigt wurden, und so begann fast von selbst und auf die natürlichste Weise jener (seite 17) Kreislauf, der unter planmäßiger Durchführung nach dem Systeme höherer Ueberlegung zu jenen Einrichtungen führte, die nun in diesem großen Gemeinwesen der Freiheit, Gleichheit und Bruderliebe üblich war.

 

Angerbauer, Joseph. Tischlein, Deck Dich Für Alle! Eine Betrachtung. West Norwood: Selbstverlag, 1908.

Process: Tischlein, Deck Dich für Alle: Page 15


 

Seite 15

Die Arbeitszeit wurde wohl um ein geringes verkürtzt, aber nur durch fortwährende Strikes und Kämpfe, die jedesmal den schon längst aus dem Gleichgewichte gebrachten wirtschaftichen Haushalt des Arbeiters noch ärger (seite 15) verwirrten und in Unordnung brachten.
Dabei machte die Maschinentechnik so ungeheure Fortschritte, daß immer mehr Arbeiter überflüssig wurden und die Erwerbslosigkeit ein allgemeines und nicht länger zu ertragendes Uebel wurde.
Woher ihr Reichtum kam, wie viel saurer Schweiß der Armen daran klebte, darüber dachten die Reichen nicht nach.
Die armen Reichen!
Sie wußten es ja nicht anders, sie waren ja im Ueberfluß geboren und in Ueppigkeit herangewachsen, sie dachten wohl, daß es so sein müsse und nicht anders sein könne.
Sie hielten es wohl für ein Naturgesetz, daß die Arbeiter ihre Untergebenen seien, verpflichtet, ihre Wünsche zur Ausführung zu bringen, da sie ja dafür bezahlt würden.
Sie übersahen dabei nur, daß mit der fortschreitenden Zeit auch der Menschengeist fortschritt und daß der geistige Fortschritt sich auch durch Gewaltmittel nicht aufhalten läßt.
Die arbeitende Klasse wurde immer intelligenter, stellte immer höhere Ansprüche auf Lebensführung sowie auf Bildung, bis schließlich der Druck und Gegendruck den Höhepunkt erreicht hatte und eine gewaltige Reibung erzeugten.
Die Organisationen der arbeitenden Klasse wurden nun immer größer und mächtiger, sie entledigten sich ihrer korrupten, falschen Führer und nahmen allmählich die Lehren der aufgeklärten, ehrlich denkenden und das Prinzip der freisozialen menschlichen Gesellschaft, en freien Kommunismus lehrenden Leute auf, sie hörten deren Vorträge und lasen deren Schriften, während die Reichen sich auf den Staat stützten, der mit seinen Soldaten und Polizisten das Volk immer mehr bedrückte, bis die Zustände unhaltbar wurden.
Als schließlich in einem großen Reiche die Explosion erfolgte, die Revolution zum Ausbruch kam, sprang sie wie ein zündender Funke auch auf andere Reiche über, es entstand die schon längst erwartete allgemeine soziale Revolution.
Die organisierten Arbeiter waren zu der Einsicht gekommen, daß trotz aller Solidarität wegen der ungeheuren Machtmittel der Besitzenden auch die größten Strikes einzelner Organisationen immer erfolglos verliefen.
Durch die lehren der intelligenteren, ehrlichen Kollegen, die sich in jeder Organisation befanden, angefacht, lernten sie begreifen, daß es nur ein Mittel gäbe, schnell zu gewinnen, und dieses Mittel heißt: Generalstreik, und dieser ist gleichbedeutend mit Revolution.
Gleichzeitig wurde es auch in den bürgerlichen Kreisen lebendig, sie erwachten ebenfalls aus dem langen Schlafe, der sie nicht erquickt hatte.
Sie gründeten Vereine auf der Grundlage einer freien Gesellschaft, hielten Versammlungen ab, woran sich Männer und Frauen aus den verschiedensten Klassen beteiligten.
Die sogenannten intelligenteren Klassen sahen ebenfalls ein, daß das Rad nicht mehr zum Aufhalten sei und beteiligten sich an den Volksversammlungen, die allerorts stattfanden und immer zahlreicher wurden.
Die wirklich Gelehrten fanden sich dann ebenfalls ein, entwarfen Pläne, wie einer blutigen Revolution vorzubeugen sei und (seite 16) beeinflussten die höheren Militärs, die nach und nach zur Einsicht kamen, daß es kinen Zweck habe, gegen das Volk anzukämpfen.

 

Angerbauer, Joseph. Tischlein, Deck Dich Für Alle! Eine Betrachtung. West Norwood: Selbstverlag, 1908.

Saturday, June 2, 2012

Process: Tischlein, Deck Dich für Alle: Page 14


 

Seite 14

Große Gepäckstücke nimmt niemand auf die Reise mit.
Das wäre ebenso ungeschickt als zwecklos, da jeder und jede das zum gewöhnlichen Bedarf Notwendige an jedem Platze, wohin die Reise führt, haben kann, weshalb jeder Reisende nur eine kleine Handtasche mitführt, worin sich etwas Leibwäsche und etwa ihm lieb gewordene Kleinigkeiten oder Bedarfsartikel befinden.
Bei Beginn der Winterszeit ziehen es viele der älteren Leute vor, nach dem warmen Süden zu reisen, um die kältere Iahreszeit dort zu verbringen, denn sie finden dort dieselben sozialen Einrichtungen vor wie hier und können sich dort ebenfalls einer Beschäftigung widmen, die ihnen entspricht.
Die jüngeren Leute bleiben gewöhnlich in den nördlichen Gegenden, um den Wintervergnügungen, deren es allerlei, wie Schlittenfahren, Eislaufen u. dergl. gibt, auszukosten und zu genießen.
Was das Fahren betrifft, so werden die elektrischen Bahnen von Mitgliedern der Ingenieurbataillone geleitet, die sich in gewisser Zeit gegenseitig ablösen.
Die Wagen sind praktisch und bequem eingerichtet: Nachtfahrten finden überhaupt nur in besonderen Ausnahmefällen statt, da die Reisenden es nicht nötig haben, möglichst schnell an das Reiseziel zu kommen, denn niemand hat etwas zu versäumen.
Alle Vorsichtsmaßregeln sind auf das sorgfältigste getroffen, Unfälle und ähnliches sind daher gänzlich ausgeschlossen.
Die einen Geleise sind nur für den Personenverkehr vorhanden, während Frachten auf besonders hierfür angelegten Geleisen befördert werden.
Diese Beförderung wird ebenfalls von der Ingenieurabteilung geleitet.
2. Teil

Wie es kam.

Auch wie es kam, mußte mir meine Freundin in ebenso natürlicher wie anziehender Form zu schildern.
Ein großer Luxus hatte unter den Reichen und Mächtigen platzgegriffen, so daß das Volk, das für alles aufzukomme hatte, immerhärter durch Steuern und Abgaben bedrückt wurde.
Die Preise der Lebensmittel, deren Bestimmung überhaupt in Händen der Trustgesellschaften waren, stiegen von Iahr zu Iahr, bis zu unerschwinglicher Höhe.
Einzelne Reiche häuften immer weiter Million auf Million, eigneten sich das ganze Land an, während die arbeitende Klasse es kaum mehr erschwingen konnte, sich einen kleinen Bauplatz anzuschaffen, um ein Häuschen darauf zu bauen für die ohnehin so karg bemessene Zeit der Ruhe für den bis zur Erschöpfung ermüdeten Leid.
Trotz der Verteuerung aller Lebensbedürfnisse blieben die Arbeislöhne stabil.
Die Arbeitszeit wurde wohl um ein geringes verkürtzt, aber nur durch fortwährende Strikes und Kämpfe, die jedesmal den schon längst aus dem Gleichgewichte gebrachten wirtschaftichen Haushalt des Arbeiters noch ärger (seite 15) verwirrten und in Unordnung brachten.

 

Angerbauer, Joseph. Tischlein, Deck Dich Für Alle! Eine Betrachtung. West Norwood: Selbstverlag, 1908.

Tuesday, May 29, 2012

Process: Tischlein, Deck Dich für Alle: Page 13


 

Seite 13

Oberhaupt, Staatsmaschinerie, Beamtenschaft und dergleichen,“ antwortete sie mir, „gibt es hier nicht und kann es hier nicht geben in diesem Lande der Freiheit und Gleichheit, denn, wie Du schon gesehen hast, wirkt hier alles freiwillig und selbstverständlich zusammen.
Lehrer und Leiter allerdings hat jedes Tätigkeitsgebiet, um Bedarf und Arbeit zu regeln.
Große Versammlungen, Ihr nennt sie wohl Parlamente, in denen nichtsagende Debatten eröffnet und geführt werden, haben wir nicht, denn sie wären nur Zeit-und Wertverschwendung.
Die große Allgemeinheit merkt es von selbst, wenn eine bedeutendere Neuerung, z. B. einen Kanalbau, eine Verkehrseinrichtung oder ähnliches nötig werden sollte.
Ganz von selbst treten dann die Ingenieurbataillone zusammen und entwerfen die Pläne, ganz von selbst treten dann die Arbeiter-und Handwerkerbataillone an zur Beschaffung und Herrichtung des notwendigen Materials, ganz von selbst rücken die Bataillone derer an ihre Stelle, die die Schlußausführung besorgen.
Zur Besprechung des Notwendigen dienen die öffentlichen Zeitungen, die aber nicht Geschäfte, sondern gemeinnützige Insitutionen sind.
Die ältesten und erfahrensten unserer Lehrer und Arbeitskundigen besprechen und beschreiben darin, was dem allgemeinen Wohle dient und es fördert.
Eine allgemeine Zeitung an einem zentral gelegenen Platze erhält alle Mitteilungen über wichtige Ereignisse, Vorfälle, Neuerungen und Vorschläge.
Durch pneumatische Leitungen verbreitet sie das Erfahrene an die kleineren Zentren und auf gleiche Weise gehen sie von da an die Einzelgemeinden.
Außer diesen allgemeinen Zeitungen gibt es Blätter, die Spezialfächern gewidmet sind, wissenschaftliche, technische, gewerkschaftliche und andere.
Sie geben Aufschluß über neue Erfindungen, Entdeckungen, Neuheiten auf dem Gebiet der Industrie, des Ackerbaues, Forstwesens, Bergbaues, der Kanalisierung, Schiffahrt usw. und ziehen gleich die praktische Verwertbarkeit des Erdachten, Entdeckten oder Erfundenen in sorgfältige Erwägung und gleich finden sich wieder jene Freiwilligenbataillone, die sich an die Ausführung des Mitgeteilten machen.
Ieder, der einen guten Einfall hat, braucht ihn bloß einer der Zeitungen mitzuteilen, die ihm die Sorge über Möglichkeit, Tauglichkeit und Durchführung in der geschilderten Weise abnimmt.
Das ist unsere ganze innere Einrichtung.”

Das Reisen.

Auf das Reisen bezog sich ein weiterer Teil der Erläuterungen meiner Freundin.
Tedem Manne und jeder Frau steht es natürlich frei, irgendwohin zu reisen, wo es ihn aus irgend einem Grunde hinzieht.
Gefällt es ihm dort und will er dort bleiben, so schreib er nur seinen Namen und die Art der Beschäftigung, der er vermöge seines Könnens und Willens gewachsen ist, in das Buch der Gemeinde und beginnt sofort mit seiner selbstgewählten Tätigkeit.
Im übrigen ist das Reisen sehr angenehm.

 

Angerbauer, Joseph. Tischlein, Deck Dich Für Alle! Eine Betrachtung. West Norwood: Selbstverlag, 1908.

Monday, May 28, 2012

Process: Tischlein, Deck Dich für Alle: Page 12


 

Seite 12

Wenn irgend ein Platz des ausgedehnten Gemeinwesens Bedarf hatte für irgend eines der Erzeugnisse, sandte er auf irgend einem der hier üblichen unglaublich raschen telegraphischen, telephonischen und optischen Wege eine Anweisung hierher, die freiwilligen Arbeiterbataillone verluden das Verlangte, die freiwilligen Eisenbahner, Schiffer, Kraftfahrzeugsführer usw. brachten es an Ort (seite 12) und Stelle, wo es in gleicher Weise übernommen und in die lokalen Lagerhäuser zum Gebrauche hinterlegt wurde.
Was die Arbeiten so flott, sicher und mit Vermeidung alles unnötigen Lärmes von Statten gehen ließ war der Umstand, daß ede Arbeit nur von solchen Leuten ausgeführt wurde, die sich freiwillig dazu gemeldet hatten.
Ieder ergriff das Fach, das seinem physischen und geistigen Können sowie seiner Neigung vollkommen entsprach, wozu er sich freiwillig meldete, und darum war auch jeder mit seinem besten Wissen und besten Willen tätig.
Dieses System der freiwilligen Berufswahl war auf alle Zweige der praktischen Tätigkeit ausgedehnt und angewendet.
Es gab Bataillone manueller Arbeiter, Ingenieurbataillone, Bergbaubataillone, Seefahrerbataillone, Künstlerbataillone und so fort, keiner war dem anderen übergeordnet, jeder dem anderen nebengeordnet, und kein Fach blieb darum unbesetz, für jeden Berufszweig fanden sich freiwillig so viele Leute, als dafür notwendig waren.
Ganz von selbst, ohne jeden Zwang erfolgte der Ausgleich in den einzelnen Bataillonen.
Hatte einer in seinem ursprünglichen Fache sein Bestes geleistet, dann ging er in ein anderes Fach über, das seiner Liebhaberei und seinem Können in gleicher Weise entsprach, der Ingenieur, der in geistiger Arbeit eine Sache erdacht hatte, wurde ein ebenso guter Arbeiter, wenn er bei der Ausführung den Geist ruhen und in körperlicher Tätigkeit Abwechslung und damit Erholung zu neuer Geistesarbeit finden konnte, keine Arbeit galt als Hohn, keine als niedriger, Kasten, wie sie unsere sogennante Gesellschaftsordnung kennt, gab es nicht.
Unter solchen Umständen mußte jede Tätigkeit selbstverständlich den höchsten Grad der Vollkommenheit erreichen, Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit müssen ja in eines verschmelzen, wenn nicht Kastengeist und „Gesellschaftsordnung“ hemmend in das Getriebe eingreifen.
So verging die Arbeit angenehm wie im Spiel und mit jenem Vergnügen und der inneren Befriedigung, die nur das vollkommen Naturgemäße hervorbringen kann, folgte ich dem Treiben und genoß den natürlichen du künstlerischen Reiz des Hervorgebrachten.
Dann brachte mich meine Führerin in die Gemeinde zurück, von der aus wir unsere Fahrt angetreten hatten.
Auf meine Bitte erläuterte sie mir dann hier die inneren Einrichtungen des Gemeinwesens.

Ueber das, was wir Verfassung und Verwaltung nennen.

Meine naive Frage, wo denn das Oberhaupt des Gemeinwesens, der König, Kaiser oder Präsident seinen Siß have, wie es mit der Staatsmaschinerie, der Beamtenschaft usw. bestellt sei, mußte meine Führerin wohlwollend und nachsichtig lächeln.

 

Angerbauer, Joseph. Tischlein, Deck Dich Für Alle! Eine Betrachtung. West Norwood: Selbstverlag, 1908.

Process: Tischlein, Deck Dich für Alle: Page 11


 

Seite 11

Sodann fuhren wir wieder weiter und landeten nach einigen Stunden in einer anderen größeren Gemeinde, deren Mitglieder aus Vegetariern bestand.
Es war gerade Mittagszeit und wir wurden, wie allgemeine üblich, zum Mahle eingeladen, das aus köstlicher Pflanzenkost in verschiedenartigster Zubereitung bestand.
Bezüglich des Vegetarismus wurde ich hier eines besseren belehrt.
Ich sah lauter gesunde, kräftige Menschen, die Krankheiten fast gar nicht kannten, und es befanden sich alte Leute unter ihnen, die sich des Umsturzes des menschlichen Gesellschaftswesens und dessen Umwandlung in die kommunistische Gesellschaft in verschiedenen Staaten noch sehr gut erinnern konnten.
Wir wurden zum Bleiben eingeladen, um des Abends einen Vortrag über Gesundheitslehre und Pflege des Körpers und Geistes mit anzuhören, den ein alter erfahrener Arzt und Professor hielt.
Es würde zu weit führen und ich bin es auch nicht imstande, diesen geistreichen Vortrag wiederzugeben.
Seine Grundzüge waren, den menschlichen Körper von frühester Iugend an durch Abhärtung zu stählen, Mäßigkeit im Essen und Trinken zu üben und möglichst viel in freier Luft zu arbeiten oder sich zu bewegen, was auch auf den Geist des Menschen eine große Wirkung ausübt, indem die freie Natur die beste Lehrmeisterin für den menschlichen Geist ist und ihn immer frisch und regsam erhält.
Der nächste Tag führte uns nach einer Zentralstelle, wo sich Eisenwerke und große Fabriksanlagen befanden und genügend weit entfernt, um durch den Industrielärm nicht gestört zu werden, Hochschulen der verschiedenen Arten, die aus der Nähe der industriellen Anlagen den Vorteil zogen, daß beim Unterricht Theorie und Praxis immer Hand in Hand gehen konnten.
Da hier junge Leute aus allen Gegenden des Gemeinwesens zum Unterrichte zusammenströmten, mußte für deren Unterkunft vorgesorgt werden, welches Problem durch eigenen Bauten, einem Mittelding zwischen den geschilderten Wohngebäuden und etwas unseren besten Hotels, glänzend gelöst war.
In der Nähe dieses dem Studium und der Industrie, dem Erforschen und Ausführen gewidmeten Platzes befand sich ein großer Seehafen und liefen Güterbahnen von überall her zusammen.
Naturgemäß, wie hier alles überhaupt vom Standpunkte der Vernunft und des praktischen Bedürfnisses geregelt war, standen denn da auch Lagerhäuser und Vorratshäuser für alles, was hier in großen Menge, jedoch nicht größer als der Bedarf es vorschrieb, und in einer Vollendung die nur bei einem so hochentwickelten Stande des theoretischen und praktischen Könnens möglich war, erzeugt und aufgestapelt wurde.
Wenn irgend ein Platz des ausgedehnten Gemeinwesens Bedarf hatte für irgend eines der Erzeugnisse, sandte er auf irgend einem der hier üblichen unglaublich raschen telegraphischen, telephonischen und optischen Wege eine Anweisung hierher, die freiwilligen Arbeiterbataillone verluden das Verlangte, die freiwilligen Eisenbahner, Schiffer, Kraftfahrzeugsführer usw. brachten es an Ort (seite 12)  und Stelle, wo es in gleicher Weise übernommen und in die lokalen Lagerhäuser zum Gebrauche hinterlegt wurde.

 

Angerbauer, Joseph. Tischlein, Deck Dich Für Alle! Eine Betrachtung. West Norwood: Selbstverlag, 1908.

Tuesday, May 22, 2012

Process: Tischlein, Deck Dich für Alle: Page 10


 

Seite 10

Die Kühe, die bei gutem Wetter auf der Weide waren, (seite 10) sahen alle gut genährt uud gepflegt aus, sie lieserten daher auch eine sehr gute Milch, die dann in das Dekonomiegebäude abgeliefert wurde, wo sie zum Teile für den Bedarf in Kühlkammern aufbewahrt, zum anderen Teile zu Butter und Käse verarbeitet wurde, was ebenfalls durch Maschinenbetrieb geschah.
Zwischen den Großviehställen waren die Scheunen für die Futtervorräte, versehen mit sinnreicher praktischer Einrichtung zur Beförderung des Futters in die betreffenden Ställe.
In besonderen Stallungen war entsprechendes Kleinviewh nebst Geflügel aller Art untergebracht.
Große Anlagen dienten dem Betriebe der Gartenwirtschaft.
In langen Reihen standen die verschiedenen Fruchtbäume jeglicher Art, wohl gepflegt und nach den entsprechenden Früchten geordnet in regelmäßiger Entfernung von einander.
Zwischen den Obstbaumreihen waren Beete für Gemüse verschiedenster Art  eingereiht, sorgfältig gepflegt und mit Vorrichtungen für Sprengung und Berieselung.
Ferner waren auch zwei Treibhäuser vorhanden, teils für exotische Pflanzen, teils für die Aufbewahrung der Blumen in Winterszeit.
Es wurden fast Wunder in der Gartenbaukunst erzielt, da alle es sich angelegen sein ließen, auch die nicht speziell in der Gartenwirtschaft Ausgebildeten, in ihren Mußestunden und zu ihrer Erholung die Gärten zu pflegen.
Einen großeu Vorzug bildete auch das Licht für das Gedeihen der Pflanzen, denn die gesamten Gartenanlagen waren des Nachts elektrisch beleuchtet.
Der folgende Tag wurde zur Besichtigung der Umgebung verwendet.
Meine Begleiterin führte mich in eine unweit der Gebäude liegende Halle, die mit verschiedenen Kraftfahrzeugen von größter Vollkommenheit gefüllt war, dere eines wir zur Benutzung entnahmen.
Meine Freundin übernahm die Führung des Fahrzeuges und fuhr uns aus der Halle eine der vielen verschiedenen, schön angelegten und gepflegten Straßen entlang.
Da gerade Erntezeit war, hatten alle vollauf zu tun, diese einzubringen.
Die Industriearbeit ruhte in dieser Zeit vollständig, da bei schlechtem Wetter sowie im Winter genügend Zeit zur Erzeugung der nötigen Bedarfsartikel blieb und außerdem alles Notwendige, wie Kleider, Schuhe, Wäsche, Möbel und dergleichen Erzeugnisse, in genügender Anzahl und in gediegenster Ausführung vorhanden war.
Wir konnten von der Straße aus, die in ein weites Tal führte, durch ein mitgebrachtes Fernrohr die Tätigkeit der Leute und Maschinen genau übersehen.
Wir fuhren langsam weiter, den Fortgang der Arbeit von der Nähe zu betrachten, die fast spielend vor sich ging, da der stählerne Sklave die schwerste Arbeit verrichtete.
An einer sanften Anhöhe, die mit Wein bepflanzt war, angelangt, hielten wir an und besahen uns das Einsammeln der Trauben, deren einige meine Freundin mir reichte.
Es war eine der köstlichsten Früchte, die ich je von dieser Art genossen.

 

Angerbauer, Joseph. Tischlein, Deck Dich Für Alle! Eine Betrachtung. West Norwood: Selbstverlag, 1908.

Monday, May 21, 2012

Process: Tischlein, Deck Dich für Alle: Page 9


 

Seite 9

Rechnen, Sprachen, Naturwissenschaften, Geographie und Geschichte, von den niedrigeren Stufen, immer unter Abstoßung jener der Lernenden, denen ihre subjektive Begabung einen (seite 9) anderen Weg zuweist, bis zu den höchsten, daneben am intensivsten Ackerbaulehre und Industriekunde.
Wie schon erwähnt, gehen theoretischer Unterricht und praktische Unterweisung während des ganzen Lehrganges immer neben-und miteinander her.
Alle notwendigen Säle, Laboratorien, Werkstätten, Versuchsgärten usw. waren im gleichen Gebäude, beziehungsweise in dessen Komplexe untergebracht.
Wenn der Schüler sein achtzehntes Lebensjahr erreicht hat, wird seinen Anlagen und Fähigkeiten gemäß die Entscheidung über seinen ferneren Lebensweg getroffen.
Nur die Begabtesten kommen nach den hohen Sonderschulen, jenen Stätten der Geistespflege, Wissenschaft und Kunst, die ähnlich unseren Universitäten, polytechnischen Schulen, Lehranstalten für Musik, darstellende und bildende Künste usw., jedoch unter dem Gesichtspunkte praktischer Anwendbarkeit im Sinne der materiellen und der geistigen Lebensbedürfnisse eingerichtet waren.
Iunge Leute, denen für diese höhere Geisteschulung Begabung oder Neigung fehlt, treten in das praktische Leben ein, indem sie sich den Ackerbau-, Handwerks-, Ingenieurbataillonen usw. anschlließen.
Unser nächster Besuch galt der Industrieschule, einem langen, zwei Stockwerke hohen Bau, in den vor allem überall helles Licht einströmte.
Hier standen die verschiedenartigsten Maschinen zur Bearbeitung aller erdenklichen Stoffe.
In der Handhabung der Maschinen wurden die Schüler durch die geübtesten Männer des Gemeinwesens unterrichtet.
In demselben Gebäude wurden auch von den geübteren jungen Leuten die für die Gemeinde nötigen Bedarfsartikel angefertigt sowie die nötigen Reparaturen vorgenommen.
Das Uebrige, wie höhere Wissenschaft, Musik, Zeichnen, Malerei u. dergl. wurde iw Schulgebäude gelehrt.
Erwähnt muß noch werden, daß alle Kinder in den erwähnten Schulgebäuden ihre Eß- und Schlasräume hatten.
Weiter besuchten wir die größeren Maschinenräume, die alle mit den neuesten Maschinen ausgestattet und mit Elektrizität betrieben waren.
Die Gebäude zur Erzeugung der Elektrizität besanden sich unweit der übrigen Gebäude in der Nähe eines Flusses, dessen Wasserkraft zum Betriebe von Turbinen diente.
Desgleichen besanden sich hier auch die Säge-und Mahlmühlen.

Die folgenden Tage.

Mit der Besichtigung der beschriebenen Baulichkeiten und Räume war der ganze zweite Tag vergangen und der nächste war den Oekonomie-gebäuden gewidmet.
Diese zeichneten sich alle durch Einfachheit und große Reinlichkeit aus.
Die Stallungen waren leicht gewölbt und won eisernen Säulen getragen.
Zuerst besichtigten wir den Kuhstall, da gerade die Zeit es Melkens war, das von ein paar Mann mittels Elektrizität besorgt wurde und nicht mehr als ungefähr eine halbe Stunde Zeit beanspruchte.
Die Kühe, die bei gutem Wetter auf der Weide waren, (seite 10) sahen alle gut genährt uud gepflegt aus, sie lieserten daher auch eine sehr gute Milch, die dann in das Dekonomiegebäude abgeliefert wurde, wo sie zum Teile für den Bedarf in Kühlkammern aufbewahrt, zum anderen Teile zu Butter und Käse verarbeitet wurde, was ebenfalls durch Maschinenbetrieb geschah.

 

Angerbauer, Joseph. Tischlein, Deck Dich Für Alle! Eine Betrachtung. West Norwood: Selbstverlag, 1908.

Process: Tischlein, Deck Dich für Alle: Page 8


 

Seite 8

Statt unserer (seite 8) Kochherde sah ich lange, mit Silber und Gold verzierte Metalltafeln, auf denen die Speisen mittels Elektrizität zubereitet wurden.
Neben der Küche befanden sich verschiedene mit Glastüren versehene Abteilungen und Kühlkammern, in welchen die für die Speisen notwendigen Rohstoffe aufbewahrt wurden.
An einem Schreibtische in der Küche saß der Küchen vorstand, der gerade seine Anordnungen für die Mittagsmahlzeit traf.
Das nächste, was wir besichtigten, waren die sich an das Gebäude anschließenden Vorratsräume, in denen did zum größten Teil selbst erzeugten Vorräte an Lebensmitteln aufgestapelt waren.
Diese waren so regelmäßig geordnet, daß jeder Unbekannte in kürzester Zeit sich darin zurechtfinden konnte.
Hierauf besuchten wir die Gebäude, die der Volkswohlfahrt und der Erziehung der Iugend gewidmet waren.
Das erste Gebäude, das wir besuchten, war das Hospital, zugleich Entbindungsanstalt.
Die Hospital-abteilung war gänzlich leer, es gab, wie oft keine Kranken.
Dagegen war es in der Entbindungsanstalt etwas lebhafter, die Säle befanden sich in den oberen Räumen und waren nach den neuesten sanitären Vorschriften ausgeführt.
Die unteren Räumlichkeiten waren für Aerzte und Aerztinnen, Wärterinnen und anderes Pflegepersonal reserviert.
Vor dem Gebäude war ein grüner Rasenplatz mit Blumenbeeten angelegt, hinter dem Hause ein kleiner Park mit Gartenhäuschen und Spielplätzen für Kinder bis zu vier Iahren.
Die Mütter teilten sich in die Beaufsichtigung, Ernährung und Erziehung der Kleinen in bestem Einvernehmen, da die Kinder überhaupt als Kinder der Gemeinde betrachtet wurden.
Der nächste Bau, den mir meine Freundin zeigte, war dem vorigen ähnlich und gleichfalls meist von Frauen bewohnt, die die Arbeit darin verrichteten.
Hier waren Kinder von vier bis zu sieben Iahren untergebracht und von den Frauen beaufsichtigt.
In einer großen Gartenabteilung mit Baumschule wurde den Kindern spielend gelehrt, wie diese Pflanze, jene Blume heiße, wie die Bäume veredelt werden und welche Früchte sie erzeugen.
In anderen Stunden wurden die reiferen der Kinder für den eigentlichen Schulbesuch vorbereitet.
Die Schulsäle für Kinder von sieben bis zu zehn Iahren befanden sich in einem besonderen Gebäude, das auch Turn-und Spielplätze aller Art umfaße, wo die Iugend in Gymnastik, Gartenbaukunst, Gartenpflege usw. unterwiesen wurde und spielend lernte, was ihm für das spätere Leben zu wissen nötig war.
Sobald die Kinder zehn Iahre alt geworden sind, beginnt für sie die Unterweisung in den höheren Disziplinen, die Wissenschaft und die Theorie immer in engster Verbindung oder wenigstens in engster Anlehnung an die Praxis.
Rechnen, Sprachen, Naturwissenschaften, Geographie und Geschichte, von den niedrigeren Stufen, immer unter Abstoßung jener der Lernenden, denen ihre subjektive Begabung einen (seite 9) anderen Weg zuweist, bis zu den höchsten, daneben am intensivsten Ackerbaulehre und Industriekunde.

 

Angerbauer, Joseph. Tischlein, Deck Dich Für Alle! Eine Betrachtung. West Norwood: Selbstverlag, 1908.